Nach EU-Vorschrift müssen Roaming-Kosten gesenkt werden
Immer wieder wird der europäische Geist beschworen. Doch wenn es um die Abrechnung von Gesprächen ins europäische Ausland geht, ist sich jeder europäische Mobilfunkanbieter selbst der Nächste. Doch in den vergangenen Jahren stieg kontinuierlich der Druck seitens der Europäischen Union auf die Mobilfunkanbieter; mittlerweile sollen Obergrenzen vor zu hohen Roaming-Kosten schützen.
Was sich seit dem 1.7. geändert hat
Wer im Ausland Anrufe auf sein Handy empfängt oder selbst Freunde in der Heimat anruft, musste bis vor Kurzem noch hohe Gebühren, die sogenannten Roaming-Kosten zahlen. Nach langen und zähen Verhandlungen konnten sich EU-Politiker nun dazu durchringen, diese zu regulieren. Dazu legten sie einen Kostenreduzierungsplan vor, der immer zum 1.7. eines jeden neuen Jahres greift und die Kosten für Auslandgespräche so häppchenweise reduziert.
Plankonform sanken seit Anfang dieses Monats wieder die Kosten. Abgehende SMS dürfen maximal 10,71 Eurocent kosten. Für eingehende Anrufe liegt die Obergrenze bei 9,52 Eurocent und für abgehende Anrufe dürfen Mobilfunkanbieter ihren Kunden nicht mehr als 34,51 Eurocent in Rechnung stellen. Die Kosten verstehen sich als Minutenpreise. Eine weitere Besonderheit, die aber schon seit 2010 gilt, ist die Taktung. Anders als früher müssen Mobilfunkanbieter Telefonate sekundengenau abrechnen, statt pauschale Minutenpreise zu verlangen.
Auch Daten-Roaming wurde günstiger
Bisher wurden die Roaming-Kosten nur für Telefonate reguliert. Die mittlerweile weite Verbreitung von Smartphones und die entsprechende Nutzung des mobilen Internets veranlassten die Europäische Union aber, auch hier tätig zu werden.
Mit Wirkung ab diesem Monat dürfen Mobilfunkanbieter nicht mehr als 83,30 Eurocent pro Megabyte von ihren Kunden verlangen. Da es sich aber um Höchstgrenzen handelt und es den Mobilfunkanbietern offen steht, wie weit sie ihre Tarife unterhalb der Obergrenze ansetzen, lohnt immer noch ein Handyvertrag Vergleich, um den günstigsten Anbieter ermitteln zu können.
Noch besser sehen die Roaming-Kosten im nächsten Jahr aus. Ab dem 1.7.2013 kosten eingehende Anrufe höchstens 5,95 Eurocent und abgehende Anrufe maximal 28,59 Eurocent pro Minute. Auch die Kosten für das Datenroaming sinken dann auf 53,55 Eurocent pro Megabyte.
Die Bundesnetzagentur informiert
Aber nicht nur die Kosten für Roaming sind in den letzten Jahren reguliert worden. Mit der Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) sollten Endkunden vor weiteren überhöhten Gebühren, z.B. für Sperrung, die Weitervermittlung und viele andere Leistungen schützen. Die Bundesnetzagentur informiert Sie über Ihre Rechte. Vergleichen sie hierzu: http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1911/DE/Verbraucher/VerbraucherserviceTelekommunikation/Verbraucherbroschuere/verbraucherbroschuere_node.html
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